Stress-Tests im Unternehmen — die ehrliche Belastungsprobe
Was Banken nach 2008 lernen mussten, sollte jedes Unternehmen tun: Stress-Tests prüfen, ob das Geschäftsmodell auch dann trägt, wenn mehrere ungünstige Faktoren gleichzeitig eintreten.
Was ein Stress-Test ist
Ein Stress-Test ist eine besonders harte Variante der Szenarioanalyse: Nicht ein plausibler Worst Case, sondern eine bewusst aggressive Kombination von Belastungen. Ziel ist nicht „Was ist wahrscheinlich?", sondern „Was würde uns brechen?" — und welche Reserven es bräuchte, um es nicht zu tun.
Typische Stress-Szenarien
- Größter Kunde geht insolvent und zahlt offene Forderungen nicht.
- Umsatz bricht 30 % ein bei gleichbleibenden Fixkosten.
- Lieferkette fällt für 6 Wochen aus.
- Materialkosten steigen 20 %, können nicht weitergegeben werden.
- Kreditlinie wird halbiert oder gekündigt.
Was der Test zeigen sollte
Drei Fragen pro Szenario:
- Wie tief reicht die Liquidität — und wann ist sie aufgebraucht?
- Welche Maßnahmen würden wir ergreifen — und in welcher Reihenfolge?
- Was müssen wir heute tun, damit das Szenario beherrschbar bleibt?
Die letzte Frage ist die wichtigste — sie unterscheidet Theorie von Steuerung.
Annahmen und Szenarien prüfen
SolvGuard unterstützt dabei, Base-, Best- und Worst-Case-Annahmen strukturiert zu vergleichen und ihre Wirkung auf Liquidität, Cashflow und operatives Ergebnis modellhaft zu prüfen. Es liefert keine Prognosegarantie, hilft aber, offene Annahmen, Risiken und nächste Prüfentscheidungen sichtbarer zu machen.
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